Nutzer zahlen gern für ihre Inhalte – wenn sie bekommen, was sie wollen und wie sie es wollen.

Vor fünf Jahren haben wir mit einer einfachen Idee angefangen: Eine fortlaufende Rechnung für digitale Inhalte, die wir LaterPay nannten. Der Nutzer wird sofort bedient und zahlt später. Mit LaterPay bestätigt man einfach, dass man später bezahlt (pay later), und man erhält Zugang zum gewünschten Artikel – ohne vorherige Registrierung oder Vorauszahlung.

Inhalte-Anbieter haben mit LaterPay die Möglichkeit, ihren Nutzern eine unbeschwerte Lese/Seh/Hör-Erfahrung anzubieten, bei der sie sich erstmal für die Inhalte begeistern können und dann später bezahlen.

Und es funktioniert. Über 25% der Verbraucher sind bereit, für Qualität zu bezahlen, wenn es ihnen so einfach gemacht wird. Mit LaterPay haben wir es den Nutzern ermöglicht, alles zu kaufen, was sie wollen – und nur das.

CurrentC – warum diese Apple Pay-Konkurrenz auf dem Holzweg ist

Der Name scheint sich vom englischen Wort für Währung abzuleiten: Currency – wenn man die Aussprache am Ende etwas abwandelt, kommt CurrentC dabei heraus. Das C am Anfang und das groß geschriebene C am Ende lassen sich zur Abkürzung CC (für Credit Card) zusammenziehen. Alles Wortspiele, die außerhalb des englischen Sprachraums wenig Anziehungskraft erzeugen dürften.

Disclaimer: Ich konnte Apple Pay selbst testen und so aus eigener Erfahrung darüber schreiben; diesen Blogeintrag habe ich im Gegensatz dazu aufgrund von Informationen über CurrentC geschrieben, die ich in verschiedenen Quellen im Internet gefunden habe. CurrentC ist derzeit nur einer kleinen Anzahl von ausgewählten Nutzern zugänglich.

Schauen wir uns die vier Bereiche an, die die Funktionsweise von CurrentC beschreiben.

Zwei davon zeigen die Kunden/Nutzerperspektive, die anderen beiden eine Expertenperspektive. 1. Bezahlen mit CurrentC aus Kundensicht
2. Der Registrierungsvorgang aus Kundensicht
3. Was läuft da im Hintergrund ab – Teil 1 – wenn der Kunde sich registriert?
4. Was läuft da im Hintergrund ab – Teil 2 – wenn der Kunde etwas bezahlt?

Hier kann man die Apple Pay Prozesse zum Vergleich anschauen.
1. So funktioniert CurrentC im Alltag
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Um mit CurrentC zu bezahlen, muss man 1. das Smartphone entsperren, 2. die App aufmachen, 3. eine vierstellige PIN eingeben, 4. Auf den PAY-Button klicken, 5. Den Scanner aufmachen und den Code scannen (oder einen Code manuell eingeben) ODER 5. den ANZEIGEN-Button klicken und dem Kassenpersonal erlauben, den Code zu scannen. Dem Kassenpersonal vorzeigen. Kein Witz...

Apple Pay – warum Kunden, Datenschützer und Apple das neue Apple Pay lieben werden

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Kunden und User werden Apple Pay lieben, weil sie mit einem Fingerabdruck zahlen können.
Datenschützer werden es lieben, weil beim Bezahlen weder Kreditkartendaten noch Kundendaten hin und her gehen.
Apple wird Apple Pay lieben, weil es eine kleine Beteiligung an jeder Transaktion bekommt und mit den persönlichen Daten sowie den Zahlungsdaten der Kunden nichts zu tun hat.

Um Apple Pay zu verstehen, müssen wir uns vier Bereiche anschauen. Zwei davon aus Kundensicht, zwei aus Expertensicht.
Nach den Illustrationen folgt eine ausführliche Erläuterung der einzelnen Schritte.

1. Die Bezahlung mit Apple Pay aus Kundensicht.
2. Die Registrierung bei Apple Pay aus Kundensicht.
3. The Magic behind Apple Pay Teil 1. Was passiert im Hintergrund der Registrierung?
4. The Magic behind Apple Pay Teil 2. Was passiert im Hintergrund des Bezahlprozesses?

1. In der täglichen Nutzung durch den Kunden sieht die Bezahlung mit Apple Pay so aus:

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Innovationen als Frischzellenkur für Medienunternehmen

Warum bauen sich Verlage proprietäre Bezahllösungen, statt innovativ ihre Kernkompetenzen im Internet zu vermarkten?

Druckerpressen, zustellende Logistikfirmen, Kioske oder Callcenter-Software haben Verlage auch nicht selbst entwickelt. Doch haben etliche Verlage Unsummen in die Entwicklung eigener Bezahllösungen gesteckt, die dann schlicht nicht funktioniert haben, weil das nicht ihre Kernkompetenz ist und weil diese Lösungen am Markt und an den Nutzerbedürfnissen vorbei gehen. Wenn ein Verlag bei seiner Kernkompetenz bleibt, kann er sich mehr auf das Produkt konzentrieren, das er verkaufen will: den Inhalt und dessen Zusatznutzen.

Mehr Raum für Paid Content

Bezahlter Inhalt im Netz ist keine natürliche Verlängerung des klassischen Geschäftsmodells. Paid Content ist eine Innovation und muss als solche behandelt werden. Oft ist es für Medienunternehmen schwierig, intern Innovationen zu fördern. Sind doch die eigenen Mitarbeiter zu vorsichtig und wollen sich nicht gegen Tradition, etablierte Verhältnisse und übermächtige Abteilungen stemmen.

Disruption ist eine Geisteshaltung. Warum es Startups gelingt, Wandel herbeizuführen.

Startups und ihre Gründer haben verschiedene Eigenschaften, aufgrund derer sie die Dinge anders sehen und anders interpretieren. Dadurch können sie kreative Lösungen ableiten und so schließlich das Rennen um Innovationen gewinnen. Ich möchte anhand von drei dieser Eigenschaften zeigen, warum Gründer anders denken und warum das für Medienhäuser und Verlage, aber auch für jede andere Branche so wichtig ist, wenn der Übergang in die digitale Welt geschafft werden soll.

Warum so und nicht anders

1. Gründer stellen immer den Status Quo in Frage

Wo andere sehen, wie die Dinge sind, sieht der Gründer, wie sie sein könnten. Natürlich gibt es Dinge, die niemand beeinflussen kann, und die werden bleiben wie sie sind – unverändert. Aber wo immer er eine Herausforderung sieht, wird ein Gründer sich ihr stellen – so lange sie zum richtigen Zeitpunkt kommt, z.B. wenn er sich grade langweilt oder er unzufrieden mit seiner gegenwärtigen Aufgabe ist. Das ist der Moment, wenn eine Idee in seinem Kopf aufkeimen wird. Das ist der Moment, wenn sein Kopf anfängt, sich ein neues Produkt auszudenken, oder ein vollkommen neues Konzept.

Veränderung ist die neue Konstante. Warum jeder Verlag im Internet ein Startup ist.

Das Internet ist der perfekte Dienstleister. Aber die vielen Möglichkeiten des Internets produzieren viele Unsicherheiten. An ihnen zu lernen und mit ihnen zu leben, ist das Ziel. Wie das geht, sieht man am Beispiel von Startups.

Im Internet kann vor allem der Geld verdienen, der sich die Dienstleistungsmentalität des Internets verinnerlicht. Die Frage für Inhalteanbieter ist also: Wie bediene ich den User mit meinem Inhalt so, dass er einen klaren Nutzen erkennt und bereit ist, dafür Geld zu bezahlen? Wie Startups, die aus einer Idee ein Konzept und dann ein Produkt bauen, müssen Verlage dies auch herausfinden.

Darwin

Täglicher Überlebenskampf

Startups lernen und leben vom ersten Tag an angewandten Darwinismus: höchste Flexibilität, laufende Anpassung, Überlebenskampf. Überleben heißt dabei, die nächste Finanzierungsrunde schaffen.

“Kostenlosmentalität” ist eine günstige Ausrede

Die Kostenloskultur im Internet ist ein Mythos, der fehlende Geschäftsmodelle und Anpassungswillen entschuldigen soll. Doch das Internet hat uns auch die Dienstleistungsmentalität gelehrt. Inhalteanbieter, die das beherzigen, können gewinnen.

Kostenlosmentalität ist eine Worthülse, ein Ausdruck der Resignation, eine Entschuldigung für den Widerstand gegen das Neue. Es ist die linguistische Rechtfertigung dafür, dass viele Inhalteanbieter keine adäquaten Geschäftsmodelle für den Verkauf digitaler Inhalte gefunden haben. Die Transformation von Geschäftsmodellen aus der analogen in die digitale Welt hat nicht geklappt: Wenn man ein Abo eines analogen Produktes in die Netzwerkleitung presst, kommt nicht das Abo eines digitalen Produktes raus.

Das Internet hat die Dienstleistungsmentalität etabliert: Deren linker Arm ist die Linkkultur und der rechte Arm die Teilungskultur. Der User lebt diese Dienstleistungsmentalität: Er kauft und konsumiert bei denen, die das verstanden haben.