Veränderung ist die neue Konstante. Warum jeder Verlag im Internet ein Startup ist.

Das Internet ist der perfekte Dienstleister. Aber die vielen Möglichkeiten des Internets produzieren viele Unsicherheiten. An ihnen zu lernen und mit ihnen zu leben, ist das Ziel. Wie das geht, sieht man am Beispiel von Startups.

Im Internet kann vor allem der Geld verdienen, der sich die Dienstleistungsmentalität des Internets verinnerlicht. Die Frage für Inhalteanbieter ist also: Wie bediene ich den User mit meinem Inhalt so, dass er einen klaren Nutzen erkennt und bereit ist, dafür Geld zu bezahlen? Wie Startups, die aus einer Idee ein Konzept und dann ein Produkt bauen, müssen Verlage dies auch herausfinden.

Darwin

Täglicher Überlebenskampf

Startups lernen und leben vom ersten Tag an angewandten Darwinismus: höchste Flexibilität, laufende Anpassung, Überlebenskampf. Überleben heißt dabei, die nächste Finanzierungsrunde schaffen.

“Kostenlosmentalität” ist eine günstige Ausrede

Die Kostenloskultur im Internet ist ein Mythos, der fehlende Geschäftsmodelle und Anpassungswillen entschuldigen soll. Doch das Internet hat uns auch die Dienstleistungsmentalität gelehrt. Inhalteanbieter, die das beherzigen, können gewinnen.

Kostenlosmentalität ist eine Worthülse, ein Ausdruck der Resignation, eine Entschuldigung für den Widerstand gegen das Neue. Es ist die linguistische Rechtfertigung dafür, dass viele Inhalteanbieter keine adäquaten Geschäftsmodelle für den Verkauf digitaler Inhalte gefunden haben. Die Transformation von Geschäftsmodellen aus der analogen in die digitale Welt hat nicht geklappt: Wenn man ein Abo eines analogen Produktes in die Netzwerkleitung presst, kommt nicht das Abo eines digitalen Produktes raus.

Das Internet hat die Dienstleistungsmentalität etabliert: Deren linker Arm ist die Linkkultur und der rechte Arm die Teilungskultur. Der User lebt diese Dienstleistungsmentalität: Er kauft und konsumiert bei denen, die das verstanden haben.