2. Der Registrierungsprozess aus Kundensicht

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The Magic Teil 1: Was passiert im Hintergrund des Registrierungsprozesses?

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4. The Magic Teil 2: Was passiert im Hintergrund des Bezahlprozesses?

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Detaillierte Darstellung

Ich bin der Frage nachgegangen wie Apple Pay funktioniert und was das Besondere daran ist. Es muss einfach und besonders sein, denn ansonsten hätte es wenig Chancen.

Mir ist nämlich noch nie jemand begegnet, der verzweifelt war, weil an der Kasse nicht zahlen konnte. Bezahlen „können“ ist seit der Erfindung der Münze bzw. des Geldes an Einfachheit eigentlich nicht zu überbieten (immerhin werden 85% aller weltweiten Transaktionen immer noch in Cash getätigt) und die moderne Kartenzahlung hat dieses simple System bereits in unsere Digitale Welt gebracht.

Daher muss ein anderer Mehrwert als Einfachheit dahinter stecken, weswegen Apple einen solchen gewaltigen Schritt unternimmt. Dieser Mehrwert ist Anonymität.

Speziell bei Firmen wie Apple klingt sowas erstmal seltsam, da man sie als Datenkrake wahrnimmt. Daher möchte ich erklären wie Apple Pay genau funktioniert und zum Schluss fasse ich zusammen wer was davon hat.
Ich habe mich auf die Abstraktion des Wesentlichen und die Darstellung in eigenen Illustrationen konzentriert, denn komplexe Erklärungstexte über Apple Pay gibt’s zuhauf.

Um Apple Pay zu verstehen, müssen wir uns vier Bereiche anschauen. Zwei davon aus Kundensicht, zwei aus Expertensicht.
1. Die Bezahlung mit Apple Pay aus Kundensicht.
2. Die Registrierung bei Apple Pay aus Kundensicht.
3. The Magic behind Apple Pay Teil 1. Was passiert im Hintergrund der Registrierung?
4. The Magic behind Apple Pay Teil 2. Was passiert im Hintergrund des Bezahlprozesses?

1. In der täglichen Nutzung durch den Kunden sieht die Bezahlung mit Apple Pay so aus:

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Man hält das Telefon (iPhone 6 und iPhone 6+) an ein Terminal, das mit NFC ausgestattet ist, und bestätigt den Kauf mit dem Fingerabdruck über Touch-ID. Das war’s.

Oder man hält die Apple Watch, die mit dem iPhone gekoppelt sein muss, am Terminal und bestätigt mit dem seitlichen Knopf den Kauf. Apple Watch Besitzer können hierbei auch mit einem iPhone 5 s oder 5 c bezahlen, da der NFC Chip in der Uhr steckt und nicht mehr im Handy vorhanden sein muss.

Der Apple Pay Nutzer erfährt eine weitere Vereinfachung des Bezahlprozesses und erfährt einen Glücksmoment. Es ist nicht so, dass es bislang „schwer“ war die eigene Kreditkarte gegen das Terminal zu halten und über NFC zu bezahlen, aber es ist einfach cool mit Apple Pay zu bezahlen, denn das Handy halten wir nun mal häufiger in der Hand als die Geldbörse. Es vermittelt das eigenartige Gefühl, dass es noch sicherer ist zu bezahlen.

2. Der Registrierungsprozess aus Kundensicht

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Um Apple Pay nutzen zu können muss man das richtige Endgerät haben. Derzeit funktioniert Apple Pay nur mit iPhone 6 und 6+ oder aber mit der Apple Watch in Kombination mit einem iPhone 5S, 5C, 6, 6+.
Dann muss man Apple Pay aktivieren, in dem man über Passbook eine Kreditkarte hinzufügt. Karte abphotographieren oder Daten manuell eingeben.
Wenn die eigene Bank Apple Pay unterstützt und einem erlaubt Apple Pay zu nutzen, kann man ab diesem Zeitpunkt mit Apple Pay bezahlen. Doch was passiert im Hintergrund?

The Magic Teil 1: Was passiert im Hintergrund des Registrierungsprozesses?

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1. Eine Besonderheit an diesem Prozess ist, dass das Bild von der Kreditkarte weder auf dem Gerät noch bei Apple oder in der Cloud gespeichert wird. Die Informationen daraus werden verschlüsselt übertragen um über verschiedene Schritte eine eindeutige Identifikation des Geräts durch die Kreditkarten-herausgebende Bank zu erzielen.
2. Zuerst wird das Kreditkarteninstitut (MasterCard, Visa, etc), dann die Kreditkarten-herausgebende Bank (Issuer) identifiziert.
3. Die Bank prüft ob es den Kunden die Nutzung von Apple Pay erlauben will – und wir gehen jetzt davon aus, dass sie es tut. Die Bank erzeugt dann eine eindeutige, gerätespezifische Gerätekontonummer (Device Account Number oder DAN) sowie einen Schlüssel zur Erzeugung von digitalen einmal-Sicherheitscodes, also so etwas wie einen Schlüssel zur Generierung von einmal gültigen TANs.
4. Gerätekontonummer und Schlüssel werden an Apple versendet, und Apple verknüpft sie mit dem Endgerät. An diesem Punkt kennt Apple den Kunden bzw. den User nicht mehr. Apple kann diese Information nicht entschlüsseln sondern verknüpft sie einfach mit dem Sicherheits-Chip auf dem Endgerät. Apple speichert bei sich ausschliesslich einen Teil der langen Gerätekontonummer und einen Teil der Kreditkartennummer, damit der User seine Karte(n) verwalten kann.
5. Jetzt ist das Endgerät in der Lage mit Apple Pay zu bezahlen.

4. The Magic Teil 2: Was passiert im Hintergrund des Bezahlprozesses?

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Eine weitere Besonderheit bei Apple Pay ist, dass die eigentliche Transaktion nichts besonderes ist. Apple schafft es, dass die Transaktion vom Prozess her genauso stattfindet genauso wie bei einer jetzigen Zahlung mit einer NFC kompatiblen Kreditkarte.
Bloß dass beim Austausch zwischen NFC Terminal und dem Endgerät keine Kreditkartendaten, Kundendaten oder sonstige persönliche Daten ausgetauscht werden, sondern ausschliesslich die Transaktionsinformation (z.B. Preis des gekauften Produkts), zusammen mit der Gerätekontonummer und einer einmaligen, transaktionsgebundenen TAN.
Das Kreditkartennetzwerk oder die Bank prüfen ob Gerätekontonummer mit dem richtigen Gerät verbunden ist und ob die TAN mit dem richtigen Schlüssel erzeugt wurde und geben die Transaktion frei.
So gehen keinerlei Kunden- oder Zahlungsdaten hin und her, sondern nur nicht-personen-bezogene Daten und Proxys, die keinerlei Rückschluss auf den Kunden geben, was die Transaktion sicherer und einige Kunden sowie den Datenschutz glücklich machen dürften.

Wer wird Apple Pay lieben und warum?

Kunden und User werden Apple Pay lieben, weil sie mit einem Fingerabdruck zahlen können.

Datenschützer werden es lieben, weil beim Bezahlen weder Kreditkartendaten noch Kundendaten hin und her gehen. Eine herkömmliche Kreditkartentransaktion ist da erheblich gefährdeter ausspioniert oder missbraucht zu werden. Durch die Kombination aus Gerätekontonummer und TAN ist keine direkte Verbindung zum Kunden sichtbar. Das ist wie beim Autokennzeichen. Jeder kann mein Kennzeichen sehen, wenn er sich dafür interessiert und hinschauen will, aber er weiss nicht wer ich bin.

Apple wird Apple Pay lieben, weil es wohl eine kleine Beteiligung an jeder Transaktion bekommt und mit den persönlichen Daten sowie den Zahlungsdaten der Kunden nichts zu tun hat. Eventuelle Missbrauchsfälle gehen zu Lasten der Kreditkarteninstitute und der Bank.
Apple hat in die Entwicklung dieser Technologie investiert und betreibt diese payment enabling Technologie.

Wenn Apple Pay so funktioniert wie geplant, wird es das Bezahlen einfacher und sicherer machen. Spannend wird es, wenn sich die ersten neue Geschäftsmodelle in der digitalen Welt rund um Apple Pay herum bilden. Ob es dazu kommt wird die Zukunft zeigen.

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